WiFi 7 (WLAN BE) – Alle Funktionen und Vorteile

Der WLAN-Standard IEEE 802.11be (WiFi 7) findet langsam immer mehr Verbreitung. Wir erklären die Verbesserungen und die Unterschiede zu WiFi 6.

Was ist WiFi 7?

WiFi 7 – offiziell IEEE 802.11be genannt – ist der aktuelle WLAN-Standard für kabellose Netzwerkverbindungen. Er ermöglicht schnellere Übertragungsraten von theoretisch bis zu 46 Gbit/s. Vor allem aber sorgt er für ein besseres Nutzungserlebnis in Umgebungen mit vielen parallelen WLANs oder zahlreichen gleichzeitig verbundenen Endgeräten.

Seit wann gibt es WiFi 7?

Eingeführt wurde WiFi 7 Anfang 2024. Langsam wächst die Zahl der Endgeräte, die den Standard unterstützen, so dass er auch für Privatanwender interessanter wird. Dabei stellt sich vor allem eine Frage: Lohnt sich der Umstieg von WiFi 6?

WiFi 7 im Vergleich zu WiFi 6

WiFi 6 (IEEE 802.11 ax) ist derzeit noch der weiter verbreitete Standard, wird von WiFi 7 jedoch in vielen Bereichen abgehängt. Bevor wir uns die Neuerungen im Detail ansehen, ein Überblick:

WiFi 7
WiFi 6
Maximale Übertragungsrate bis zu 46 Gbit/s bis zu 9,6 Gbit/s 
Maximale Kanalbreite bis zu 320 MHz bis zu 160 MHz 
Modulation 4096-QAM-OFDMA 1024-QAM-OFDMA 
Frequenzbänder  2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz 2,4 GHz, 5 GHz 
MLO (Multi-Link Operation)  Ja Nein 
Preamble Puncturing  Ja Nein 

MLO (Multi-Link Operation): Dieses Feature von WiFi 7 ist ein echter Gamechanger. Mit den letzten WLAN-Standards konnten Router und Endgeräte zwar zwischen den verfügbaren Frequenzbändern (2,4 GHz, 5 GHz und zuletzt auch 6 GHz) wechseln, sie jedoch nicht gleichzeitig nutzen. Genau das ermöglicht MLO. Davon profitieren sowohl Datendurchsatz als auch Ausfallsicherheit. Verbindungen mit WiFi 7 werden somit schneller und stabiler.


Verdoppelte Kanalbreite: Eine direkte Erhöhung der Datenkapazität ergibt sich aus der größeren Kanalbreite beim Kommunizieren über das 6-GHz-Frequenzband. Während WiFi 6 lediglich 160 MHz pro Kanal nutzt, unterstützt WiFi 7 auf drei* Kanälen jeweils beeindruckende 320 MHz. Diese Verdoppelung der Kanalbreite ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von mehr Daten. Davon profitieren besonders Bandbreiten-hungrige Anwendungen wie 4K-Streaming und Netzwerke in dicht besiedelten Gebieten. *Aufgrund regulatorischer Einschränkungen wird in Europa nur ein Kanal genutzt.


4096-QAM Modulation (4K-QAM): Die Modulationstechnik QAM (oder auch Quadraturamplitudenmodulation) ermöglicht überhaupt erst die Übertragung von Daten über Funkwellen. Dieses Verfahren wurde für den WiFi-7-Standard deutlich verbessert. Mit 4K-QAM sind WiFi-7-Verbindungen in der Lage, 12 Bits pro Signal zu übertragen. Damit realisieren sie bei gleicher Kanalbandbreite eine Performancesteigerung von ~20 %. Vereinfacht ausgedrückt bettet WiFi 7 mehr Daten ins Signal ein.


Preamble PuncturingWenn ein Kanal gestört wird (z. B. durch ein Nachbarnetz oder Wetterradar), konnte er bisher oft gar nicht genutzt werden. Preamble Puncturing erkennt Interferenzen und nutzt die verbleibende Kanalbandbreite. Dies führt zu einer höheren Verfügbarkeit von breiten Kanälen und stabileren Verbindung in überlasteten Umgebungen.


Kurz gesagt: WiFi 7 ist potenziell schneller und stabiler als WiFi 6, überträgt mehr Daten und kann die Latenz senken. Die tatsächliche Performance richtet sich natürlich – wie immer bei WLAN-Verbindungen – nach den jeweiligen Gegebenheiten und den technischen Komponenten. Grundsätzlich jedoch stellt WiFi 7 in mehreren zentralen Bereichen einen deutlichen Fortschritt dar.

Welche Geräte unterstützen WiFi 7?

Seit 2024 kommt mehr und mehr Hardware auf den Markt, die WiFi 7 unterstützt. Zu den bekanntesten Produkten gehören beispielsweise Apple iPhones ab der Generation iPhone 16. Smartphones von Samsung der Produktreihe Galaxy S unterstützen den Standard ebenfalls. Die PlayStation 5 Pro bietet als erste Heimkonsole den Support für WiFi 7. Zahlreiche Desktop-Computer und Laptops kommunizieren ebenfalls nach WiFi-7-Standard oder lassen sich entsprechend nachrüsten.


Wichtig zu beachten ist jedoch, dass nicht jedes Endgerät automatisch auch alle Vorteile des neuen Standards bietet. Beispielsweise bedeutet die Unterstützung nicht zwingend, dass Geräte die volle Kanalbreite von 320 MHz nutzen. Sogar MLO ist nicht garantiert bei jedem WiFi-7-Router an Bord. Wer das Potenzial bei einer Neuanschaffung also wirklich ausschöpfen möchte, sollte prüfen, wie genau die neue Hardware WiFi 7 unterstützt.

Ist WiFi 7 abwärtskompatibel?

WiFi 7 ist vollständig abwärtskompatibel. Dadurch gehen Konsumenten beim Kauf neuer Endgeräte kein Risiko ein. Wer einen neuen WiFi-7-Router kauft, kann damit auch alle bisherigen Endgeräte wie gewohnt verbinden, die den Standard nicht unterstützen. Und wer zuerst ein WiFi-7-fähiges Endgerät kauft, kann dies auch mit dem alten Router betreiben.

Für wen lohnt sich der Wechsel zu WiFi 7?

Die Verbreitung von WiFi 7 steigt stetig an, dennoch sind WiFi 5 und WiFi 6 weitaus verbreiteter – und für alltägliche Anwendungen wie Home-Office, Streaming und Online-Gaming ebenso ausreichend, wie sie es die letzten Jahre über waren. Es gibt also keine Gründe, funktionierende WLAN-Setups aufzurüsten, nur um sie aufgerüstet zu haben.


Haushalte mit vielen aktiven Endgeräten oder in dicht besiedelten Umgebungen mit vielen WLANs können jedoch spürbar von WiFi 7 profitieren. Video-Streaming wird hochauflösender, moderne Spiele werden datenintensiver und gleichzeitig benötigen immer mehr Geräte im Haushalt Zugang zum Internet. Dadurch wachsen die Anforderungen an eine hohe Bandbreite und Stabilität im Heimnetz. Falls die Qualität der WLAN-Verbindung also schwächelt, kann ein Upgrade Abhilfe schaffen. Ebenso empfiehlt es sich im Hinblick auf Zukunftssicherheit immer dann auf WiFi-7-Unterstützung zu achten, wenn der Austausch einzelner Endgeräte geplant wird.